Pumpen oder nicht pumpen …

Die Unwetter der letzten Zeit schrammten glücklicherweise immer so gerade an uns vorbei, trotz Unwetterwarnung. Die Feuerwehren der Nachbarorte waren dafür häufig im Dauereinsatz.

Vor wenigen Tagen nun:
Abends nähert sich das nächste Regengebiet mit Gewitter, allerdings gibt es diesmal keine Unwetterwarnung. Der Regen wird ein bisschen heftiger, aber nicht wirklich übermäßig stark, und nur neugierdehalber klicke ich mich auf die Internetseiten mit den Wetterwarnungen – mal gucken, ob da für später noch was angekündigt ist. Gerade baut sich die Seite auf, da geht der Melder. Etwas verwundert lese ich den Meldertext: „Unwetter, Wasser in Keller“.

Tauchpumpe im Einsatz

Na gut, wird schon stimmen, also auf zur Feuerwehr. Die Fahrt dorthin erfolgt witterungsangepasst in aller Ruhe (und ein klein wenig in der Hoffnung, das Wasser könne ja vielleicht von selbst wieder abfließen). Unser erstes LF ist bei meiner Ankunft schon unterwegs zu einem Hotel, und mit den nach und nach eintreffenden Leuten besetzen wir das nächste Fahrzeug. Wir melden uns über Funk, auf dem schon jede Menge los ist, und bekommen nach kurzer Zeit unseren ersten Einsatzauftrag. Offenbar hat ein ziemlich schmales Starkregengebiet eine „Schneise“ mitten durch die Stadt gezogen, so dass nur ein begrenztes Gebiet betroffen ist.

Unsere erste Einsatzstelle ist ein hinter einem grünen Dschungel verborgenes Haus, dessen Dach praktisch auf Straßenniveau liegt, und zu dessen Eingang wir über eine steile schmale Treppe abwärts gelangen. Eine sichtlich bestürzte ältere Dame um die 70, die zitternd einen Abzieher umklammert, empfängt uns. Im Hintergrund arbeiten mehrere Nachbarn mit Aufnehmern und Abziehern, und das meiste Wasser ist schon wieder beseitigt. Für die geringen Restmengen in lediglich einem Raum ist der Einsatz einer Pumpe weder nötig noch möglich. Nach einer unkonventionellen, eher angedeuteten, leichten Umarmung ist die liebenswerte Frau deutlich ruhiger. Wir unterhalten uns noch ein bisschen, versuchen ein paar Tipps zu geben, loben die Nachbarschaftshilfe und werden schließlich herzlichst verabschiedet.

Auch an den folgenden Einsatzstellen müssen wir nicht tätig werden, die Wasserstände (sofern überhaupt noch vorhanden) sind für unsere Pumpe zu niedrig, und überall können sich die Bewohner selber helfen bzw. werden sogar von Nachbarn tatkräftig unterstützt.

An der letzten Adresse stehen allerdings ca. 150 m² Keller, inklusive Wasch- und Heizungskeller, bis zu 20 cm unter Wasser. Hier schalten wir den Bereich stromlos, und setzen erstmals unsere Tauchpumpe ein. Nachdem zusätzlich eine Tür zum rückwärtigen Kelleraufgang, an dessen Fuß sich ein Ablauf befindet, geöffnet werden kann, ist das Wasser schnell bis auf einen Rest abgepumpt und abgelaufen. Auch hier beantworten wir Fragen, geben Tipps und überlassen die letzten Aufwischarbeiten den Bewohnern. Das war dann auch unser letzter Einsatz, und nach ungefähr vier Stunden stehen wir wieder im Gerätehaus.

Netterweise hat ein etwas später zum Gerätehaus gekommener Kamerad zwei große Kannen Kaffee gekocht, und nachdem auch noch ein paar Bockwürste aufgewärmt und verspeist wurden, geht es für alle wieder nach Hause.

2 Antworten

  1. Hallo!

    Vorweg ein Lob: Sehr coole Seite mit absolut lesbaren Beiträgen!

    Wie genau habt ihr denn „den Bereich“ stromlos geschaltet?

    Möchtest du mir (per eMail) verraten von welchem Teil der Stadt diese Seite handelt?

    Grüße,
    Manuel

  2. Hallo Manuel,

    danke für dein Lob! *freu*
    Zum stromlos schalten: Das Haus verfügte über Sicherungskästen auf den Zwischenetagen des Treppenhauses, sehr praktisch.
    Die für die EG-Wohnungen und die Kellerräume befanden sich auf der Eingangsebene. Wir haben die normalen Haushaltssicherungen für den Keller der Reihe nach rausgenommen; war sehr gut beschriftet, und wir wurden durch einen der Eigentümer unterstützt (durch Infos zu den Kellerräumen und Stromanschlüssen).

    Grüße,
    Gromit

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