… schon ausgemeldet?

Brandspuren an Zimmerwand

Es war ein anstrengender Samstag, der Atemschutzgeräteträgerlehrgang hatte seinen letzten Ausbildungstag mit Prüfung. Nach dem Lehrgang musste das Übungsmaterial wieder vom LF geräumt werden, das Fahrzeug getankt und ein Lämpchen ausgewechselt werden, die Riesenthermoskanne für den Tee wurde gereinigt und ein bisschen Bürokram wollte auch erledigt werden.

Endlich geschafft, es ist kurz vor 20:00 Uhr, und wenn ich mich beeile, kriege ich noch zuhause die Tagesschau mit.

Autoscheinwerfer biegen auf den dunklen Hof, als ich gerade die Bürotür abschließe. Ein Kamerad  winkt mir fröhlich-lässig durch die gläserne Eingangstür zu, und deutet Richtung Hallentür. Na, der hat bestimmt gesehen dass hier Licht ist, und guckt mal kurz vorbei … dann wohl eher keine Tagesschau heute.

Ich winke zurück, schlendere durch den Unterrichtsraum in die Halle, öffne wenig später die Tür und begrüße mein Gegenüber mit einem munteren „Hey, hallo!“. Das steht, mit sämtlichen Einsatzklamotten unter den Arm geklemmt, da, schaut mich leicht irritiert an, und fragt:

„Hast du uns schon ausgemeldet?“

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Strohfeuer … letztes Kapitel

Wir erinnern uns mit gemischten Gefühlen an den Scheunenbrand vor ungefähr einem Monat, der irgendwie kein richtiges Ende fand.

Nun ist es geschafft, die Halle wurde nach einigem Hin und Her (sogar der Oberbürgermeister schaltete sich laut örtlicher Presse ein!) endlich abgerissen. Ganze Stadtteile atmen auf, und beobachten mit Genugtuung die Abrissbagger bei der Arbeit.

Die Arbeit der Fachfirma ist dabei gar nicht so einfach, schließlich müssen neben dem „Rückbau“ der einsturzgefährdeten Hallenkonstruktion auch die Unmengen an teilweise immer noch schwelendem Heu und Stroh entsorgt werden. Diese stinkenden Reste werden in große Container verladen und gut gewässert, damit eine gefahrlose Fahrt zur Müllverbrennungsanlage möglich ist.

Was das ganze Prozedere wohl kosten mag, darüber möchte man lieber nicht nachdenken.

Strohfeuer …

… von wegen „schnell abgebrannt“!

Am Sonntag habe ich so richtig was vor, geplant ist ein Ausflug ins benachbarte Ausland, wo eine befreundete Feuerwehr einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Seit Tagen freue ich mich darauf, vor allem weil unser Besuchergrüppchen aus lauter netten Leuten besteht.

Nun, was soll ich sagen … eine viertel Stunde bevor der Wecker klingeln soll, spielt der Meldeempfänger seine eindringliche Melodie ab. *sic*

Am Gerätehaus angekommen fährt das erste LF gerade vom Hof, und an das zweite wird noch schnell der Schlauchanhänger (eine altertümliche Konstruktion, bestehend aus jeweils einer übereinander angeordneten B- und C-Haspel) angekuppelt. Das Einsatzstichwort lautet „brennt Scheune in voller Ausdehnung“. Inzwischen sind gleich mehrere Löschzüge nachalarmiert worden, und ebenfalls auf der Anfahrt zum Einsatzort. Nach der Funktionsprüfung des Hängers zuckeln wir hinterher.

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Altpapier und Altkleider …

… können eine ganz schön auf Trab halten.

Wir haben Wochenende, kurz vor halb elf am Abend, und ich habe es mir mit dem Laptop auf dem Sofa bequem gemacht. Gerade steht die Verbindung ins weltweite Netz, als beim Abrufen der Emails die bekannte, aber schon länger nicht mehr gehörte, Melodie aus Richtung des Meldeempfängers ertönt … wie immer zum falschen Zeitpunkt.

Der „Schleppi“ wird einer Probe seiner Flugfähigkeit auf kurzer Distanz unterzogen (Ergebnis: bei weicher Landestelle, sprich Kissen, ganz ausgezeichnet), und nach dem Sprung in die Stiefel geht es auf zum Gerätehaus. Hier wartet bereits unser erstes LF, und voll besetzt rücken wir schließlich zu dem gemeldeten Kellerbrand mit starker Rauchentwicklung aus. Es ist dabei, ganz nebenbei bemerkt, ein viel besseres Gefühl, eine komplette Besatzung hinter sich zu wissen, als nur „die Fensterplätze“ besetzt zu haben, auch wenn es einigen manchmal nicht schnell genug gehen kann … in der Ruhe liegt die Kraft. Weiterlesen

Gummi, Ruß und Hitze

Etappen eines Brandeinsatzes

„Hot, hot summer ..“ plärrt es aus dem Radio im Bad … soeben hatte der Moderator des Lokalsenders das Wetter verlesen, und, als aktuell in der Stadt gemessene Temperatur, sagenhafte 31 °C im Schatten offenbart.

*stöhn* … dabei haben wir noch nicht mal Mittag! Ich glaube, ich lege mich ins Freibad oder gehe beim Großhändler im Kühlbereich einkaufen.
Jede weitere Tagesplanung wird durch eine eindringliche Melodie, die urplötzlich und lautstark gegen „Bailando bailando amigos adios, adios el silencio loco“ aus dem Rundfunkgerät ankämpft, zunichte gemacht. Während ich noch grüble, ob Melder und Radio auf irgendeine geheimnisvolle Art und Weise miteinander gekoppelt sind, mache ich mich auf den Weg zum Gerätehaus. Der Meldertext verheisst eine höhere Alarmstufe in einem bekannten ortsansässigen Industriebetrieb, in dem u.a. Gummidichtungen für den Automobilbereich produziert werden. Weiterlesen

Dreimal „NICHT“

Deutschland ist nicht Fußball-Europameister …. schade.

Beim nächtlichen Brandeinsatz waren wir nicht mehr erforderlich … eigentlich ja gut, aber wenn man schon mitten in der Nacht aufsteht, irgendwie auch leicht frustrierend.

… ich bin definitiv noch immer nicht ganz wach, trotzdem wir inzwischen Mittag haben, und trotz x-tem Becher Kaffee !

Die „NICHT“-Stationen im Einzelnen:

Erst gemeinsam Endspiel gucken mit ein paar Freunden. Nervenaufreibend. Letztendlich haben die Spanier einfach besser gespielt und verdient gewonnen – obwohl ich es unseren Jungs wirklich sowas von gegönnt hätte!

Irgendwann zwischen halb ein und ein Uhr falle ich hundemüde ins Bett. Um dann kurz nach drei Uhr, will sagen nach gefühlten 5 Minuten Schlaf, vom Meldeempfänger aus dem Bett gepiept zu werden …… och nöööööö, doch nicht wirklich, oder? ….*augenaufschlag* …. Mist, tatsächlich ! Weiterlesen

Hundeklo und Hobbyschrauber

… oder was Garagen und Grünflächen gemeinsam haben.

Mitten in der Nacht (na klar, wann auch sonst) der nächste Einsatz. Garagenbrand. Der Zugang ist schwierig, und als man mühsam durch das Tor gelangt ist, taucht die nächste Tür als Hindernis zur Schrauberwerkstatt im Anbau auf.

Zur Rückseite der Garage, wo das Dach schon teilweise durchgebrannt ist, gelangt man über eine kleine öffentliche Wiese, also probieren wir hier unser Glück: Leiter aufstellen, nach ok vom Einsatzleiter mit ´nem C-Rohr bewaffnet von oben mal gucken gehen und einige (eher klägliche) Löschversuche unternehmen. Als der Zugang von der Vorderseite dann geschaffen ist, ist der Brand schnell unter Kontrolle.

Grünfläche als Hundeklo

Als wir uns von der Wiese zurückziehen und mit Material und Fahrzeug zur Vorderseite wechseln wollen, ist aus Richtung des zweiten LF missmutiges Schimpfen zu hören. Der Fahrzeugführer des anderen Autos kommt uns entgegen und meint nur: „Am besten ihr lasst euch vom Maschinisten auch eben eure Schuhe sauber machen!“ Weiterlesen